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TIMO RAUTIAINEN & TRIO NISKALAUKAUS LYRICS
"Hartes land" (2004)
1. Trauerkleid (Surupuku) 2. Nyt on mies! 3. Elegie (Elegia) 4. Hartes Land (Kova maa) 5. Der gute Mann (Hyvä ihminen) 6. Kalter Zustand (Kylmä tila) 7. Zeit der steigenden Säfte (Juoksevan veden aika) 8. Die Last (Taakka) 9. Schneewanderer (Lumessakahlaajat) 10. Ihr braucht mich nicht (Te ette tarvitse minua)
1. Trauerkleid (Surupuku)
ich will nicht so betrübt sein
doch wer kann vor freude singen
wenn diese welt uns droht
vom unglück zu zerspringen
der völker führende geister
in ihren missionen
tappen in der dunkelheit
mit chaos hinterher
diese narren im zirkus
schmusen mit den guten ideen
und leben wie bestien
so will ich dunkles anziehen
die gemeinsame welt ist
ein phantasiegebilde
so trag ich trauerkleidung
und dunkel ist ihr gewebe
wenn gerechtigkeit
hier anwesend wär'
dann wär' mein kragen vielleicht
hell und weiß wie schnee
doch wird die welt im dunkeln
ihren weg fortsetzen
so trag' ich trauerkleidung
und schwarz bleibt dieser fetzen
und was ist da noch zu lachen
was soll die stimmung heben
denn mit tränen fing es an
und mit tränen soll es auch enden
wenn ganze nationen
auf die zahl des teufels setzen
ich suche schwarz an
und trauerkleidung ist der fetzen
wenn gerechtigkeit
hier anwesend wär'
dann wär' mein kragen vielleicht
hell und weiß wie schnee
doch wird die welt im dunkeln
ihren weg fortsetzen
so trag' ich trauerkleidung
und schwarz bleibt dieser fetzen
2. Nyt on mies!
hinter einem kleinen see
schon vergangen lange her
sieht 'ne hütte abgeschieden
haus der allerhärtesten
eigen ist der wald um ihn
wo er stiefelt fest dahin
kümmert sich um steine kaum
die tritt er aus dem weg
nyt on mies!
auf die stunde vorbereitet
die halbe flasche eingenommen
senkt den kopf in stubenecke
holt die heilenden zangen
die vernunft aus, die stimme bleibt
das blut füllt ihm den mund und schlund
die schmerzen hält doch aus ein mann
aber nicht die scham
nyt on mies!
morgens wenn ich aufwache,
rüste ich mich für den tag,
indem ich an all das zurückdenke,
worin ich in meinem leben versagt habe,
und an all die chancen,
die ich nicht genutzt habe
ihr habt keine ahnung
ich hab nichts vergessen
euer verständnis will ich nicht
eure hilfe ist vergebens
selbst werd ich das grab mir schaufeln
am stein den allerstolzesten
selbst werd ich mein kreuz dann tragen
den schwersten weg, den letzten
nyt on mies!
3. Elegie (Elegia)
die krämpfe kamen ohne ende
nach einem monat trunkenheit
er weinte in der morgenstunde
nun ist er nicht mehr weit
bald war auch seine mutter da
von jammerrufen hingetrieben
sie schweigend sah den jungen an
der todesbleich da lag
zog zu die gardinen
und setzte sich dann nieder
sah den jungen husten
blutig immer wieder
zu sagen gab es gar nichts mehr
vergebens suchten sich die hände
die sonne sucht ihr blick
weg aus dunkeln wänden
so gingen stunden, ganze nacht
es wurde still auf seinem lager
sie endet ihre lange wacht
und zieht den mantel an
über acker, armes feld
zum nachbarn gegenüber
in das trübe licht
sie öffnet leis die türen
sie stand noch ganz in gedanken
nur eins machte ihr zu schaffen:
"ruft uns den wagen herbei
der sohn ist nun entschlafen"
4. Hartes Land (Kova maa)
über wälder, felder sonntagsglocken
tönen dunkel im kirchendorf
in schwarz ist der priester, familie auch
doch einer der fehlte am grabe wohl
der ältere bruder schafft im wald
hat für den abschied keine zeit
das haus vom vater erbte der eine
dem anderen blieb das harte land
das kalte und harte land
mein heimatland, der väter land
arme leute auf hartem land
mein liebes land
hört mal an seinen gesang
der kantor singt für den toten im sarg
ein jammern geht in der kirche um
die gäste füllen den kirchenplatz
die weiber fangen mit flüstern an
mit schwarzen wallach auf fuhre holz
hielt er an vor dem leichenhaus
keiner zu sehen, ging seines weges
und warf keinen blick mehr hinter sich
das kalte und harte land
mein heimatland, der väter land
arme leute auf hartem land
mein liebes land
hört mal an seinen gesang
nach der bestattung gleich nach hause
das war der tag, es muss reichen
nachts wird geschlafen, tags wird geschaffen
des winters denkt man die toten nach
doch am abend in der dämmerung
drückt's dem bruder in der brust
er bricht im garten 'ne rose ab
verschwindet dann mit der dunkelheit
das kalte und harte land
mein heimatland, der väter land
arme leute auf hartem land
mein liebes land
hört mal an seinen gesang
5. Der gute Mann (Hyvä ihminen)
er schämt sich für das elternhaus
denn dort geht die geschichte aus
an seine eltern denkt er gar nicht mehr
noch an bedürftigkeit
denn das ist vorbei
er entwickelt pläne im großen stil
macht damit vielen angst und bange
man kennt seine gewohnheit,
die probleme
hinwegzufegen
er sieht im nüchternen fernsehbild
nüchterne nachrichten an
auch da spielte er selber mit
einmal vor jahren
doch fühlt er gar nichts
macht ist 'ne wachsende trunkenheit
ein gott drei ellen lang und breit
entsteht in ihm aus ihrer kraft
wenn man so glaubt
und der glaube fest ist
mit ihm auf der wanderung -
verloren - haben wir keine ahnung:
wo verschwanden fromme wünsche?
warum wir nun ins elend stürzen
aus seiner großen gnad
gab der herr uns dieses land
kriegsschauplatz
und brennmaterial
ward es
für den guten mann
draußen bricht ein aufstand aus
das macht ihm gar nichts aus
er weilt in seiner hotelsuite
und bestellt sich
wieder ein call-girl
für eine flüchtige sekunde
fallen ihm frau und die kinder ein
doch hat er nur noch diesen weg
zu gefühlen...
und die zeit vergeht...
mit ihm auf der wanderung -
verloren - haben wir keine ahnung:
wo verschwanden fromme wünsche?
warum wir nun ins elend stürzen
aus seiner großen gnad
gab der herr uns dieses land
kriegsschauplatz
und brennmaterial
ward es
für den guten mann
6. Kalter Zustand (Kylmä tila)
das auto blieb stehen
im wind aus norden
um mich öffnet sich
der lottogewinner land
damals als alles
zusammenbrach,
hab' ich begriffen:
es ist besser wegzugehen
fürs gepäck der familie
hatte ich keinen raum
noch für die familie
so fuhr ich allein
hier läuft nichts mehr
wie es laufen solle
dabei war ich einmal
ein mann von größter macht
so viel blieb von mir dahinter
boot, ferienreisen, meine kinder
es ist hart, doch ich werd' es schaffen
bin nun das fünfte geschlecht von bahnbrecher
zuweilen denk' ich,
ob die sterne wissen,
wovor ich flüchte
und warum ich weine
manchmal halt' ich reden
auf leeren höfen
meine versprechen kommen
im wald sehr gut an
so viel blieb von mir dahinter
boot, ferienreisen, meine kinder
es ist hart, doch ich werd' es schaffen
bin nun das fünfte geschlecht von bahnbrecher
abgesetzt, doch ich komme wieder
kommt der aufschwung, und die märkte rufen
es komme was wolle, mir soll es gut sein
und die dunkelheit hält, hält endlos an
7. Zeit der steigenden Säfte (Juoksevan veden aika)
die sonne zieht dem kargen land die weiße decke aus,
mit der auch der schmutz des frühlings in sein flussbett saust
hilf doch der üblen landschaft in ihr nasses grab,
wenn du deine eigne natur nicht verstecken kannst
oben, eine kleine dachkammer, in dem alten schrank
waffe, werkzeug, nackte frauen an der wand
der junge liegt still auf der pritsche, arbeit blieb schon stehn
der lenz der rieselt in dem bach, das blut atmet schwer
der vater schaut in die glut der rauchenden sauna stumm
unten in dem brunnen geht der köter endlos 'rum
der junge watet durch den wald, schaum auf den backenbart
in kürze kommen männer wieder, in weißen jacken an
die frühlingzeit spielt ihre stimmen für den jungen mann,
die sein vater und die mutter nicht wahrnehmen kann
die dorfbewohner halten großen abstand zu dem haus
das wort geht um, doch vor den eltern ist das reden aus
das winterland gibt dem trüben
kopf die ruh'
doch wenn das jahr und säfte steigen
gibt's keine ruh'
der frühling hat den jungen aus den augen weggebracht
mit bösen zungen wird an den verrückten mann gedacht
im glauben, dass ein solches schicksal uns nie holen kann
doch prägt es, wenn es ihm gefällt, einen jedermann
das winterland gibt dem trüben
kopf die ruh'
doch wenn das jahr und säfte steigen
gibt's keine ruh'
8. Die Last (Taakka)
er füllt den rucksack mit den steinen,
mit gedanken jeden einzelnen winkel
brocken groß wie männerfäuste,
mit hurensöhnen seiner trauer
die bitteren steine nacheinander
sammelt er ein
und schafft gut jeden stein in den sack
braucht keine hand, keinen rat
auf den rücken hebt die trauer,
kalten glanz in den blick
hebt den verdruss an die taille;
den gleichschritt für die strecke
hat seinen marsch schon angetreten
und seinen groll im sack gibt er
nie mehr auf
vor augen
sind ungezählte bilder:
grenzenlose schuldgefühle
bodenlose betrübtheit
missbrauchte freundschaften
wohin auch der weg ihn führen soll
er hält an seiner liebe fest
trägt auf schultern seine last
den größten schatz
bei dem tod
er hinterläßt den kindern seinen sack
wieder eine neue generation
bekommt die last auf sich gewälzt;
und der kreis der rache setzt sich fort,
der aus der ladung ihren glauben schöpft
sie halten an der liebe fest
auf schultern tragen ihre last
den größten schatz
9. Schneewanderer (Lumessakahlaajat)
die schwarze welle der bomber
über dem schlafenden land
jagte uns, den stillen grauen zug
in schnee am tages rand
zunächst sahen wir alle
die welt in flammen aufgehen
es musste ein jeder mann sein haus
zum abschied niederbrennen
und wenn die waffen dann schweigen
fängt ihre wanderung an
die arme menschenschaar,
die sich den blick zurück
nicht mehr leisten kann
als dann im endlosen schnee
verschwand der kleine bruder
in dem himmelsblute zeigte sich
der lächelnde henkersknecht
auf den fersen lauert der schnitter tod
der himmel legt ein leinentuch auf unsre not
unser lager steht in kälte vor der wahl:
grenzübergang oder himmelfahrt
10. Ihr braucht mich nicht (Te ette tarvitse minua)
am kohlenfeuer stehend
ich schaue in das haus
in gedanken
darüber, was ich nicht mehr bin
alles kennst du, tust und kannst du
viel besser als ich je
also glaub ich und fürchte sehr
ich brauche euch, doch ihr braucht mich nicht mehr
ich ahnte, dass ich nie und
nimmer, auf keinen fall
dies hier
übertreffen kann
all das, was ich, kinder
hier für euch getan
rat gegeben
und euch geschützt
wiegt meine fehler nicht mehr auf
liebes kind
noch einmal ich
mach dein haar zurecht
zum allerletzten mal
helfe dir
deinen mantel auf
gegen kalten wind
dieses allertletzte mal
ich schließe meine augen
kann euch erwachsen sehn
ist es schon zeit für mich zu gehn?
wenn dies nur ein traum wär
bloß ein langer wahn
bin ja selbst kind
von zwei erwachsenen
die kein kleines kind verdienen kann
liebes kind
noch einmal ich
mach dein haar zurecht
zum allerletzten mal
helfe dir
deinen mantel auf
gegen kalten wind
dieses allertletzte mal
bitte lauf mit mir
noch ein kurzes stück
einen letzten augenblick
verzeihe mir
ich falle dir zur last
ich war lange nicht mehr
lange nicht mehr, was ich früher war
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